Die Soweto Equestrian Foundation

Einmal Reiter, immer Reiter!

Das war der Grund, weswegen ich mich schon kurz nach meiner Ankunft in Südafrika vor nun schon knapp drei Jahren nach einer Möglichkeit auf die Suche machte reiten zu können, oder etwas mit Pferden zu machen. Wie es immer so ist bin ich erst nach ca. 6 Monaten meines Freiwilligendienstes dann dieser Suche ernsthaft nachgegangen und habe die Soweto Equestrian Foundation gefunden. Im Norden von Soweto im Teil Morroka liegt der Stall von E. Mafukate. Ein Stall mit mehreren Boxen, ein Bürogebäude mit einem großen Schulungsraum, ein schöner kleiner Reitplatz und zwei große Wiesen sind die räumliche Ausstattung der Anlage.

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In Andenken an London-Pride (gestorben 2017)

Die Pferde können tagsüber auch die hinter der Anlage liegende Wiese als Weide nutzten. Dort werden sie immer von einem Angestellten beaufsichtigt. Pferde gibt es viele verschieden bei der Soweto Equestrian Foundation. Groß, klein, hell, dunkel, Sportpony, Volti-Pferd, deutsches Warmblut oder Soweto-Mix. Die Pferde stehen immer draußen und werden von dem Angestellten und dem Stallbesitzer täglich versorgt. Hier eine bunte Auswahl:

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Wuka

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Georgio

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Dollar-Dollar

Enos Mafokate (geboren 1946) war einer der ersten südafrikanischen Springreitern überhaupt, der an internationalen Turnieren teilnahm. Er begann zu Zeiten der Apartheit als Stallbursche zu arbeiten. 1962 begann er das Springreiten unter seinem Arbeitgeber. 1975 konnte er das Marist Brothers College besuchen und dort den Sport trainieren. Durch den Besuch des Colleges konnte er auch an vielen Turnieren teilnehmen und sein Talent zeigen. Er gewann oft, wodurch David Broome auf ihn Aufmerksam wurde und ihm ab 1980 die Teilnahme an internationalen Turnieren ermöglichte, bei denen er auch erfolgreich war. Er ist u.a. in der UK gestartet, gewann den  Rothmans Derby in Südafrika und war als Sport-Botschafter bei den olympischen Spielen 1992 dabei.

2007 gründete er auf dem Land, was ihm die Stadt Johannesburg zur Verfügung stellte die Soweto Equestrian Foundation. Seit dem kommen regelmäßig, mehrmals pro Woche 20-30 Kinder in den Stall. Dort lernen sie Verantwortung für die Tiere zu übernehmen, mit ihnen umzugehen, zu reiten, zu voltigieren und zuverlässig zu sein. In verschiedenen Klassen geht es häufig auch zu Turnieren und das meist mit Erfolg. So war das Soweto Team 2009, 2010 und auch im Jahr 2017 südafrikanischer Meister im Volti! Auch den Besitzen der Pferde, die in Soweto als Kutschpferde zum Transport von Gütern gehalten werden, ermöglicht er Hilfe bei der Versorgung und Ausbildung der Tiere.

Die Kinder haben hier eine sicheren Ort für Sport, Lernen und Zeit mit ihren Freunden zu verbringen. Häufig gibt es auch Events auf der Anlage oder die Truppe fährt zu den Events. In diese schöne Gemeinschaft wurde ich aufgenommen und konnte am Wochenende reiten und bei Zeiten auch mal unterrichten. Vielen vielen Dank dafür!

Weitere Infos über Enos und die SEF findet ihr hier .

Auch nach dem ich schon so lange wieder in Deutschland bin, stehe ich immer noch in Kontakt mit Enos und den Leuten von Stall. Wenn ich mal wieder nach Südafrika komme wird das einer der Orte sein, die ich sicher wieder besuchen werde!

Ganze neue Fotos von meinem Besuch 2018 findet ihr hier:

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Home Sweet Home – 1 Jahr zurück

Wie es ist: Ein Jahr nach der Rückkehr aus Südafrika.

Nach 365 Tagen in Südafrika bin ich nun schon fast wieder ein Jahr lang in Deutschland, auch wenn ich 2 Wochen zwischendurch noch einmal in Südafrika verbringen konnte.

Manchmal fühlt es sich an als wäre ich gestern noch täglich zu COPESSA und die Straßen von Soweto entlang gegangen, an anderen Tagen ist das alles was passiert ist so weit weg. Mindestens einen 10 Stündigen Flug.

Die Erinnerungen sind noch frisch und gerne denke ich an die lustigen Abende mit Arbeitskollegen und Freunden zurück oder an die Zeit die ich bei der Soweto Equestrian Foundation verbringen konnte oder die Zeit in der ich mit den COPESSA Gärtnern im Garten rumgewühlt habe,  unseren Dezember-Road-Trip, die Basketball-Kinder, Minibus-Taxi-Fahrten, verrückte, alte Autos, tanzen, Musik. Ich könnte immer so weiter machen. Das Lebensgefühl.

Was geblieben ist: Neben den Erinnerungen und kleinen Verhaltensänderungen die ich mir immer noch an mir verstellen kann, sind natürlich jede Menge Fotos geblieben, die immer noch ziemlich unsortiert sind und irgendwann nochmal zu einem schönen Fotobuch werden sollen. Aber nicht nur Fotos sondern auch Freunde sind geblieben. Natürlich stehe ich nicht mehr mit allen Leuten mit denen ich während meines Freiwilligen-Dienstes befreundet war in Kontakt. Aber die wichtigsten drei oder vier Südafrikaner sind geblieben. Alle paar Wochen tauschen wir uns über alles was so passiert aus. Natürlich alles per WhatsApp. Allerdings haben sich auch die Freundschaften hier in Deutschland verändert. Manche sind im Sande verlaufen, manche sind stärker als zuvor. Natürlich sind auch viele neue Freunde durch die Uni hinzugekommen. Aber darum soll es hier jetzt nicht gehen. Ich bin immer noch unendlich dankbar diese Menschen getroffen zu haben und hoffe das wir noch lange in Kontakt sein werden und uns einmal wieder sehen werden, was bei so einer Entfernung nicht selbstverständlich ist.

Die Verbundenheit zu der Arbeit von COPESSA, meinen Mitfreiwilligen, aber auch dem Land Südafrika ist gefühlt immer größer geworden. Wir teilen eine Kugel in der Kette von Erinnerungen, auch wenn diese bei jedem von uns anders aussieht. Ich verfolge immer noch so viel wie es geht was bei COPESSA passiert und wie es den derzeitigen Freiwilligen so ergeht.

Jedes Mal freue ich mich wie ein kleines Kind, wenn ich auf meiner Facebook-Seite eine Nachricht aus Südafrika sehe und verschlinge jede Information, die ich bekommen kann. Meistens würde ich werde jede Kleinigkeit aus meinen Freunden rausquetschen, um bloß zu wissen wie es grade ist in „meinem Hause für ein Jahr“. Doch meistens unterdrücke ich den Drang  danach. Ich bin nun einmal nicht mehr in Südafrika und werde vorerst auch nicht mehr so schnell zurück kommen. Und, selbst wenn ich zurück komme wird es nicht mehr das gleiche sein. Ich werde nicht mehr in dem kleinen Häuschen wohnen, bei COPESSA arbeiten und die selben Dinge zu tun wird anders sein. Diese Zeit ist eben vorbei. Doch wie heißt es so schön

„Every new beginning comes from some other beginnings end“

und

„Am Ende ist alles gut, wenn es nicht gut ist, dann ist es nicht das Ende“.

Außerdem sind Veränderungen ja nichts schlechtes. Vielleicht wird es alles ja sogar besser sein, wenn ich wieder einmal in Soweto bin.

Noch einmal zurück  zu einem meiner Meinung nach wichtigen Punkt, den Verhaltensänderungen. Jetzt  nach dem ich mich wieder in Deutschland eingelebt habe, frage ich mich, wie viel von den neues Angewohnheiten ich immer noch habe. Aus meiner Sicht bin ich immer noch etwas entspannter als vor meinem Jahr in Südafrika und auch nicht immer so hektisch. Außerdem halte ich mir immer wieder vor mich nicht immer über alles aufzuregen. Bringen tut es mir eh nichts. Doch wenn ich ehrlich bin, dann denke ich, dass nach außen-hin sich nicht viel verändert hat. Wenn überhaupt. Ich bin immer noch die selbe. Aber auch nicht wirklich. Alles was ich erlebt habe und gesehen habe, die Treffen und Gespräche sind etwas was mir immer bleiben wird. Auch wenn niemand anders etwas davon merken wird oder dadurch sich etwas für irgend wen verändert bin ich innerlich doch eine andere, mit Bildern im Kopf und Ansichten, die ich ohne meine Zeit bei COPESSA nicht gehabt hätte und die doch viele Dinge in meinem Alltag unterschwellig beeinflussen, auch wenn es nach außen-hin nicht merkbar ist.

Ganz habe ich das Kapitel Freiwilligen-Dienst in Südafrika noch nicht abgehakt, und bis es so weit ist wird es denke ich auch noch etwas dauern. Wie ein man  durch so ein Erlebnis wie einen Freiwilligen-Dienst im Ausland beeinflusst wird und wie es sich zeigt, oder ob es sich überhaupt zeigt, dass kann man vorher nicht wissen. Aber das Erlebte richtig zu verarbeiten dauert, und zwar nicht nur die paar Wochen, bis man sich in Deutschland wieder sortiert hat, sondern lange. Etwas arbeitet noch in mir, was es ist, oder wo es mich hin führt, dass weiß ich jetzt noch nicht. Aber es geht voran.

Darauf einen schönen Start in die nächste Woche!

Mal wieder ländlich – über Straßen und Wasser

Nachdem ich das erste Semester erfolgreich hinter mich gebracht habe, konnte ich glücklicher Weise wieder nach Südafrika zurückkehren und dort meine 3 Wochen Semesterferien verbringen. Über diese drei Wochen möchte ich in Form von 2 Artikeln berichten. Heute wird es um die ländliche Seite Südafrikas gehen, da ich die meiste Zeit meines Urlaubes in rural Venda verbracht habe. Einen älteren Blog-Beitrag über Venda findet ihr hier. Da ich schon zwei Mal lange Wochenenden in Venda verbringen konnte, als ich noch in Soweto gewohnt habe, gibt es dort weitere Informationen über Venda, das Leben, die Kultur und die Landwirtschaft in der Gegend westlich des berühmten Krüger Nationalparks. Folgen wird ein Bericht über die Soweto Equestrian Foundation, bei der ich während des Freiwilligendienstes und auch jetzt wieder meine Liebe zu Pferden und dem Reitsport ausleben konnte. Viel Spaß dabei!

Eine 6 Stunden Busfahrt auf der N1 Richtung Norden, raus aus der Metropole, dem Ballungsraum, der worldclass african City. Rein in die Natur, rein in die Tradition, raus aufs Land. Nach guten 5 Stunden Fahrt mit nur einer Pause biegt der Bus endlich von der N1 auf die R578 ab. Fast geschafft! Die Menschen, die mit mir im Bus sitzen sind alle erschöpft. Für die Ferien in die Heimat um die Familie zu besuchen, dass ist der Grund warum sie die Fahrt auf sich nehmen. Angekommen in Elim, einer kleinen Stadt mit einer verhältnismäßig großen Mall, geht es gleich weiter noch eine halbe Stunde mit dem Minibustaxi. Als uns der Taxifahrer in Ha-Mashau raus lässt, stehen wir am Rande einer asphaltierten Landstraße, am Fuße eines Berges, zwischen einer Makadamia-Nuss-Farm und einem Teil eines Dörfchens am Fuße eines Berges. Kinder schieben Schubkarren mit Kanistern, Vögel zwitschern und die Sonne brennt. Wir machen uns auf den Weg den Berg hoch.

Zwischen Palmen, Obstbäumen und Büschen stehen mehr Häuser als man von der Straße aus erahnt. Traditionelle und moderne Häuser stehen neben einander, Gemüsegärten reihen sich aneinander während wir den Berg auf einem ausgewaschenen Pfad hoch stapfen, der wie ich vermutete einmal als Straße diente. Später erfahre ich, dass auch heute noch Autos und sogar kleine Lastwagen diese Pfade benutzen. Erstaunlich ist, dass Google-Maps diese Straßen kennt.

Am Haus angekommen müssen, wir erst einmal die Pumpe anschmeißen. Der Wassertank muss mit frischen Grundwasser gefüllt werden. Wasser ist auch der Grund dafür, dass die Menschen hier die Schubkarren mit den Kanistern (gefüllt mit Wasser) nach Hause schieben. Viele Häuser haben keine eigenen Brunnen, da diese sehr teuer sind, auch ist kein Haus aus dem Dorf an ein öffentliches Wassernetz angeschlossen. Daher holen die Menschen, die kein Wasser am Haus haben, Wasser von der Makadamia-Nuss-Farm. Die Farm erlaubt den Menschen das Wasser kostenlos zu nutzen.

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Eine alte Wasserpumpe

Im Dorf gibt es Wasserversorgungspunkte mit Leitungswasser, von denen aber viele nicht mehr funktionstüchtig sind und nicht von den zuständigen Behörden repariert werden. So bleiben die Optionen Wasser von der Nuss-Farm zuholen (oder anderen Unternehmen, die Wasser zu Verfügung stellen) oder sich einen eigenen Brunnen zu bohren. Dazu sei gesagt, das die Grundwassernutzung nicht kontrolliert oder registriert wird. Zum größten Teil wird Trinkwasser in Südafrika aus Staudämmen gewonnen, die von den Regenfällen abhängig sind. Die mehr als 60% der Bevölkerung die in urbanen Gebieten in Südafrika leben werden überwiegend durch die Regierungsunternehmen mit Wasser versorgt, allerdings erreicht auch dieses Wasser nicht alle, zum Beispiel die Menschen, die in Informalsettelment leben.

P1030120Gegensätzlich zum Wasser, was im Dorf nicht richtig erschlossen ist, haben alle Häuser bis hoch an den Berg Strom. Ein privates Unternehmen hat alle Häuser an ein Stromnetz angeschlossen. Mit Hilfe von einem Gerät am Haus und einem Laden, der den Strom verkauft, kann man sich und seine Familie mit Strom versorgen. Dieser wird nach Kauf eines Prepaid-Guthabens freigeschaltet, bis die gekaufte Menge verbraucht ist. Um Strom zusparen kochen viele Familien mit Gas oder mit Feuer im Freien oder in kleinen extra Hütten neben dem Haupthaus.

Nach dem wir die Pumpe an geschmissen haben, geht es in den Garten. Wie in fast allen Gärten wächst auch hier Gemüse. Viele Menschen versorgen sich zu großem Teil mit Obst und Gemüse aus dem eigenen Anbau im Garten. Auch das Hauptnahrungsmittel Maismehl wird mit dem selbst angebauten Mais in einer nahe gelegenen Mühle hergestellt. Alles was sonst noch benötigt wird, wird in der Mal in Elim eingekauft. Viele Menschen halten auch Hühner für Eier und Fleisch.

Zur Mal kommt man entweder mit dem eigenen Auto, den privaten Busunternehmen, die zwischen den Städten und Orten über die Dörfer hin und her fahren, oder so wie wir auch nach Mashau kamen mit dem Minibustaxi. Der Bus hat keinen genauen Fahrplan, also stellt man sich früh an die Straße und winkt, wenn der Bus vorbei kommt, so dass er einen mitnimmt. Auch Taxis fahren hier nicht so viele wie in Soweto, wo man nie lange auf eines warten muss. Als wir in das Taxi einsteigen und ich wie aus Soweto gewohnt zahlen möchte, heißt es ich solle warten. Hier zahlt man erst, wenn man aussteigt, da man nie weiß ob das Taxi nicht liegen bleibt und wie schnell ein Ersatz da ist (das dauert dem entsprechend auch länger als in Soweto) und am wichtigsten: wie die Taxifahrer sich einigen. Wenn sich gar keine andere Möglichkeit ergibt versucht man auch per Anhalter zu fahren oder geht zu Fuß. So wie wir zu einem Pool, der ca. 2h Fußweg entfernt war. Wir liefen die ganze Zeit neben der Straße entlang bzw. auf der Straße am Rand.

Viele Möglichkeiten der Freizeitgestaltung gibt es in dem Dorf nicht. es gibt eine Kirche in der Nähe, einen Bolzplatz, sowie eine Taverne mit einem Billiardtisch. Die Kinder gehen in die Schulen im Nachbardorf. Besonders für junge Menschen gibt es wenig zu tun, was häufig zu Problemen führt. Nach dem Abi (Matric) verlassen die meisten das Dorf und gehen in die Städte um zu studieren, zu lernen oder zu arbeiten. Viele Jobs gibt es in der Gegend nicht. Die meisten Arbeitsplätze finden sich in den nahe gelegenen Städten und den landwirtschaftlichen Farmen oder der Tourismus-Branche. Landschaftlich ist die Gegend unglaublich schön und an vielen Orten noch sehr natürlich. Leider gibt es keine Müllabfuhr für die Dörfer, so dass die Dorfbewohner all ihren Müll verbrennen. Im Vergleich zur Großstadt ist die Luft aber trotzdem noch sehr viel besser.

Neben Elim sind zwei weitere Städte in der Umgebung Makado (Louis Trichard) und Thohoyandou. Während Makhado von europäischen Afrikanern und Afrikanern gleicher maßen bewohnt wird, wobei teilweise noch strake rassistische Spannungen herrschen, leben in Thouyando fast ausschließlich Afrikaner, was auch darauf zurück zu führen ist das es während der Apartheid ein Township war. Die Stadt ist die Hauptstadt von Venda, die wir natürlich auch besuchen. Hier gibt es die bekannte University of Venda, die mit zu den besten Universitäten für Jura im Land zählt. In den Städten gibt es die meisten Jobs in der Region. Auf den Dörferm gibt es meist nichts außer Farmen, Lodges, kleine Tukshops und Tavernen. Es besteht Penderlerverkehr, der die Menschen täglich in die Städte und wieder zurück bringt. Wirtschaftlich sind die umliegenden Städte mit jeweils ca. 500 000 bis 650 000 Einwohnern deutlich schwächer als die großen Städte Johannesburg und Pretoria. In den kommenden Jahren sollen aber Inverstitionen die Wirtschaft in der Region ankurbeln. 2013 trug Makahdo R 8 000 000 zur südafrikanischen Wirtschaft bei, wobei Handel und Gemeindedienstleistungen die starken Sektoren der Stadt Makhado sind.

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Kunstwerk am Stadteingang von Thohoyandou

Nach insgesamt 2 Wochen in Venda ging es wieder zurück nach Soweto, die letzten Tage in Südafrika mit Freunden verbringen. Die Rückfahrt wird noch einmal interessant. Auf Grund eines Bus-Streiks nehmen wir ein Langstreckentaxi. Sie sind baugleich zu den normalen Taxis, die in Soweto oder auch hier, tagsüber die Menschen herum fahren. Wir werden nach einem Anruf und einem hastigen Aufbruch „von der Haustür“ abgeholt und fahren im voll besetzten Taxi insgesamt 5 Stunden nach Johannesburg mit nur einer Pause. Dann beginnt das 2-stündige rumgurken in der Stadt und in Soweto, weil alle auch wieder vor der Haustür abgesetzt werden. Am Ende wird die Zeit des Fahrers und seines Partners knapp, da sie sich sofort wieder daran machen neue Passagiere einzusammeln, mit denen der Partner des Fahrers während unserer Fahrt schon am hin und her telefonieren war (bezüglich Abholort und -Zeit). Es geht für das Taxi am selben Tag noch wieder zurück nach Venda. Da wir die letzten sind die abgeliefert werden sollen, werden wir kurzer Hand Mitten in Soweto an einem Taxi-Hotspot abgesetzt und fahren von dort aus mit einem regionalen Taxi nach Hause. Das war es mit dem Urlaub in Venda, so konnte ich gut erholt in das 2. Semester starten.

Vom Heiligabend zur Spenden für COPESSA

Ich melde mich mal wieder, mit einer schönen Aktion die ich zusammen mit der Erlösergemeinde meiner Heimat umsetzen konnte! Die Gemeinde ist die Gemeinde in der ich aufgewachsen bin, mit der ich schon seit dem Kindergarten verbunden bin und die mich auch schon bei der Spendensammlung für meinen Freiwilligendienst unterstützt hat.

Über die Weihnachtsfeiertage konnte ich mich mit dem Pastor unterhalten und wir kamen natürlich auch nochmal auf meine Zeit bei COPESSA zusprechen. Wir haben uns dann überlegt, dass es eine gute Sache wäre eine Kollekte für COPESSA im Gottesdienst zu sammeln und so habe ich am 26. Februar einen kleinen Vortag über die Arbeit von COPESSA gehalten und wir haben eine Kollekte in Höhe von 230 Euro zusammen bekommen! Ich möchte mich nochmal ganz herzlich bei der Gemeinde und allen die etwas zu der Kollekte beigetragen haben bedanken! Vielen Dank für die Unterstützung für COPESSA und das Interesse an der Organisation!

P1020571.JPGAls ich wie schon zuvor geplant in den Semesterferien wieder in Soweto war habe ich natürlich COPESSA besucht und habe die Spende übergeben. Es war schön alle Kollegen wieder zusehen und alle neusten Informationen von meiner Nachfolgerin Fiona (hier geht es zu Fiona’s Blog) zu bekommen. Natürlich habe ich auch noch meine Freunde getroffen und ein bisschen Urlaub gemacht, dazu wird es aber demnächst einen eigenen Post geben.

Ich ist ein schönes Gefühl nach dem ganzen Jahr in dem COPESSA mich aufgenommen hatte jetzt auch etwas zurück geben zu können, auch wenn es nicht immer einfach war für beide Seiten. So kann ich die Arbeit von COPESSA immer noch ein kleines bisschen unterstützen und hoffe, dass das Geld gut verwendet wird.

Einen guten Start in die Woche und bis bald! 🙂

 

 

Officially over and merry Christmas

Heute vor einem Jahr reisten Vincent, Nicola und ich nach 5 aktiven und interessanten Tagen in den Dragensbergen wieder zurück nach Durban. Dort hatten wir auch unseren Heiligabend am Lagerfeuer mit Nudeln und Erdnuss-Soße sowie der Mäuse-Weihnachtsgeschichte verbracht. Dieses Jahr habe ich nun wieder Weihnachten mit meiner Familie gefeiert.

In diesem Sinne wünsche ich allen frohe Weihnachten und besinnliche Feiertage, an denen jeder sich auf die Werte besinnt, die ihm wichtig sind und an  denen man nicht an sich, sondern an andere denkt.

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Reflektiert und an andere gedacht wurde besonders auch auf dem Nachbereitungsseminar meines weltwärts-Freiwilligendienstes, dass vom 25.11. bis 29.11.2016 wieder in Wünsdorf-Waldstadt stattgefunden hat. In der selben Gruppe wie eineinhalb Jahr zuvor trafen wir uns in der Herberge wieder. Die Wiedersehensfreude war groß! 🙂 img_20161127_1015542

Wie waren meine letzen Tage in Südafrika? Wie waren meine ersten Tage in Deutschland?  Was habe ich über mich selber gelernt? Wie habe ich mich verändert? Was ist während meines Jahres in Südafrika alles passiert? In Südafrika aber auch in Deutschland? Wie kann ich meine Erfahrungen einbringen und was kann ich aus meinem Erlernten/Erlebtem für mein weiteres Leben in Deutschland mitnehmen?

Dies waren die zentralen Fragen, mit denen wir zurückgekehrten Freiwilligen zu unserem Nachbereitungsseminar anreisten. Nach einer kleinen Feierlichkeit am ersten Abend, ging es am Samstag morgen auch schon los mit dem Zurückdenken und Reflektieren.

Ich für meinen Teil muss sagen, dass mir bis ich im Flieger saß immer noch nicht wirklich bewusst war, dass ich Südafrika jetzt wirklich wieder verlasse. In Deutschland war dann alles so wie zuvor und viel Zeit blieb auch nicht bis ich zum Studium in eine neue Stadt zog. Erst mit der Zeit merkte ich, dass so eine Veränderung doch ihre Spuren hinterlässt (4 Monate nachdem der 1. und 3 Monate nachdem der 2. Bruch doch eigentlich stattgefunden hatte). Nicht, dass mir nicht bewusst war wie ich mich in Südafrika verändert hatte, das ich stärker, offener und entspannter geworden bin, doch mit den Folgen der Umweltveränderung. Natürlich wurde noch einmal viel über erlebte Dinge, wie Überfälle, brennende Zelt im Urlaub, die Arbeitserfolge und -Pleiten und die ein oder andere Party gesprochen und sich mit glänzenden Augen erinnert. Am letzten Tag gab es noch einen Ausblick darauf, wie man sich weiterhin engagieren kann.

Auch wenn nicht alle Fragen beantwortet und nicht alle Themen diskutiert werden konnten, war das Seminar ein runder offizieller Abschluss meines Freiwilligendienstes und ein guter Übergang in das Alumni sein.

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An dieser Stelle noch einmal eine Dankeschön an alle, die meinen Freiwilligendienst ermöglicht, gefördert und betreut haben! Danke! Damit wünsche ich allen einen guten Rutsch ins Jahr 2017 und ein schönes, erfolgreiches und spannendes neues Jahr!

Wieder da und schon wieder weg

Seit genau 21 Tagen bin ich jetzt wieder in Deutschland. Jetzt lebe ich wieder in meinem alten Zimmer, wo ich schon die ersten 19,5 Jahre meines Lebens gewohnt habe. Wie ich erwartet hatte kamen mir alle Straßen in meinem Dorf zuerst kleiner vor als ich sie in Erinnerung hatte; wie das eben immer so ist.

Von eigenständigem Leben in meinem eigenen Haus zurück zu Hotel Mama. Für die 3,5 Wochen, die ich bis zu meinem Umzug ins Studentenwohnheim wieder zu Hause wohne, kann man sich den Urlaub ja einmal erlauben. Viel Zeit für Urlaub blieb bis jetzt trotzdem nicht. Termin reiht sich an Termin. Es gibt viele Freund
e wieder zu treffen und natürlich auch die Familie wieder dsci0004zusehen. Außerdem muss alles für den Umzug vorbereitet werden und das alltägliche Leben in Deutschland wieder langsam aufgenommen werden. Sprich ein funktionierendes Handy muss her,
ich muss meinen Rhythmus wieder dem deutschen Leben anpassen.

 

Dann zwischen all den Dinge, die erledigt werden müssen und die meine volle Aufmerksamkeit brauchen, das Gefühl dass irgendetwas fehlt. Der immer zu sehende blau Himmel und der Sonnenschein, der mich jeden Tag begleitet hat, die laute Musik des Nachbarn Sonntagmorgen oder die  Verkäuferin von dem kleinen aus Holzbrettern zusammengebauten Stand an der Ecke meiner Straße, die ich immer gegrüßt habe. All diese Dinge sind jetzt einen 10 Stunden Flug von mir entfernt. Ich vermisse meine Freunde und unsere wöchentliche Pool (Snooker) Sessions, meine Reit-Gruppe der Soweto Equestrian Foundation und auch mein kleines 6m² Zimmer mit den lila-farbenden Wänden. Die ruhige und spontane Art der Menschen in Soweto, die immer irgendetwas Cooles vorhaben, auch wenn es eigentlich total normal ist. Immer ist die Musik dabei und das natürlich auch nicht nur leise, hier in meinem Dorf oder selbst in der Hamburger Innenstadt leere. Nichts füllt das Leben mit der Musik die die Stimmung der Situation widerspiegelt und so alle Menschen an einem Ort vereint. In Deutschland geht jeder liebe seinen eigenen Weg.

Am Ende meines kurzen Rückblickes möchte ich noch kurz etwas zu den Reaktionen meiner Familie und Freunde sagen. Wie ja allgemein gekannt ist, zeigt sich in so einem Jahr der Abwesenheit, wer die wahren Freunde sind. Meine wahren Freunde  habe ich natürlich auch schon alle in den letzten 21 Tagen in Deutschland wieder gesehen. Das Interesse an dem was ich während meiner 365 Tage in Südafrika so alles erlebt und gelernt habe war nicht bei allen so wie erwartet. Ich will natürlich am liebstem jedem mindestens eine kurze Zusammenfassung über das Leben in Soweto und meine Erfahrungen geben. Allerdings möchte diese nicht jeder hören, was natürlich enttäuschend ist und auch ein bisschen die Weltsicht derjenigen Person wiederspiegelt. Selbst das typische „Wie war es in Afrika?“ ist mir dann lieber als nichts, damit ich zumindest ein kleines bisschen etwas erzählen kann. Dann wird natürlich auch „In Afrika gibt es auch verschiedene Länder, Vegetationen, Kulturen und Sprachen.“ vermittelt. So lernt hoffentlich jeder, mit dem ich reden kann, ein kleines bisschen etwas durch meine Soweto-Erfahrung.

4. und letzer Report

Zum Abschluss meines Freiwilligen Dienstes in Soweto habe ich auch den letzten Report für das weltwärts Programm geschrieben. Hier ist er:

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Meine Zeit in Soweto war so schön, dass ich am liebsten schnell wieder zurück möchte! Ich hab ein paar wirklich gute Freunde gefunden, die ich nach so kurzer Zeit schon vermisse!

Zur Erinnerung habe ich hier noch einmal ein paar Fotos zusammen gestellt:

Wieder so wie vorher

Das ist es auf jeden Fall nicht! Es hat sich alles verändert. Dinge sind kleiner, größer, bunter und grauer im Vergleich zu vor der Abreise nach Südafrika.

Mit den Flügen, die wir über London nahmen war alles super! Ich war rechtzeitig am Flughafen und alles hat gut geklappt. Wir sind sogar etwas vor dem geplanten Termin in Hamburg angekommen.

Jetzt die Familie und Freunde wieder zu sehen ist komisch. Sie haben sich eben weiterentwickelt und sind nicht wieder so wie vorher. Wieder in Deutschland zu sein ist wirklich ein komisches Gefühl. Freunde zurück gelassen… Freunde wieder sehen. Alles folgt den Regeln. Ampeln werden nicht benutzt. Um mich an alles wieder zu gewöhnen, wie es war.

Sonst noch einmal Danke an ALLE die mein Freiwilligendienst so toll gemacht haben! Thanks!

 

Das ist das Ende

So jetzt ist es soweit. Ich fahre ab aus Protea Glen. Das ist das Ende. Von meiner Zeit in Südafrika ist nichts mehr übrig als ca. 5 Stunden.

Ich gehe mit gemischten Gefühlen nach Deutschland zurück. Ich bin traurig, aufgeregt und habe auch Angst. Meine Zeit hier war eine super schöne Erfahrung und ich habe Freunde gefunden, die mir auch noch länger und über eine große Entfernung erhalten bleiben werden. Ich habe wertvolle Erfahrungen im Zusammenhang mit südafrikanischer Kultur und auch der deutschen Kultur, sowie Arbeitserfahrungen gemacht. Ich hatte viel Spaß, habe gelernt und viele tolle Erinnerungen gesammelt. Ich hoffe, dass ich schnellst möglich wieder nach Soweto kommen kann und hier meine Freunde und liebgewonnene Orte wieder sehen kann. In nur 3 Wochen geht schon offiziell das Wintersemester für mein Studium los. Bis dahin muss ich noch viele Dinge erledigen; eine Unterkunft finden, zum Beispiel. Ich kann nur sagen, dass meine Zeit in Südafrika eine Zeit war, die ich nicht vermissen möchte und ich hoffe, dass es noch eine Fortsetzung geben wird! Viele Dank an alle, die mein Jahr zu dem gemacht haben, was es war! Danke, danke, danke! Der nächste Eintrag wird dann wieder aus Deutschland kommen…

Mal sehen wie es wird. Bis dahin… Tschüss Soweto! Danke, danke, danke

Letzter Arbeitstag: Check!

So, dass war jetzt mein letzter Arbeitstag bei COPESSA. Meine Arbeit hier ist vorbei. Ein komisches Gefühl. All die Zeit die man gebraucht hat sich an die Arbeit zu gewöhnen, sich selbst einzuarbeiten und dann eigene Projekte aufzubauen. Dann ist jetzt der letzte Tag vorbei. War alles umsonst? Nein.

Jetzt möchte ich einmal zusammenfassen, was ich während Freiwilligendienst geschafft habe:

Ich habe mit meiner Projekt Partnerin Sünneke das COPESSA Basketball Team trainiert. Die Kids hatten Spaß und haben viel über Basketball, sowie Teamgeist gelernt. Wir haben außerdem ein anderes Team gefunden, so dass wir 3 Spiele gegen dieses Team veranstalten konnten. 2 von den 3 Spielen haben wir sogar gewonnen. Zu der Organisation gehörte eine Menge verschiedener Aspekte. Die Kids mussten sich anmelden, der Leiter der Schule musste uns die Erlaubnis geben, das Basketball Court zu benutzen. Essen musste bestellt und vorbereitet  werden. Die Spiele waren immer ein Erfolg, sowie auch das Training der Kids, wenn man den Trainingserfolg ansieht.

Meine Hauptaufgabe, für die ich her gekommen bin waren die Community Gärten. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten habe ich meinen Weg aber gefunden. Für das Garten-Projekt, dass schon vor 12 Jahren gegründet wurde (Siyoyisile Indlala), habe ich Bewerbungen für verschiedene Wettbewerbe verfasst, wovon auch alle in die nächste Runde gekommen sind. Auf das Endergebnis wird noch gewartet. Dann bekam der Garten Ende 2015 ein Problem mit Nematoden Befall in der Erde in der der Spinat zum Verkauf an den großen Supermarkt angebaut wird. Nach dem ich herausfand, was das Problem war, nämlich die Nematoden, habe ich neuen Sand für das Projekt organisiert.

dsci0332 So was frischer Spinat angebaut werden konnte. Außerdem habe ich die Administration des Gartens strukturiert, so dass es jetzt einen übersichtlichen Ordner für das Projekt gibt, in dem man alles einfach finden kann.

Auch für das zweite Garten-Projekt (Mashupeng) gibt es jetzt einen neuen übersichtlichen Ordner. Der Garten hatte von Anfang an (Januar 2015) ein Problem mit den Teilnehmern des Projektes, weil es zu wenige waren um den Garten ordentlich in Stand zu halten. Anfang 2016 hat dann die letzte Person das Projekt verlassen. Ich habe es geschafft neue Teilnehmer zu finden und diesen die Basics  über den Ablauf des Projektes und die Betreuung der Veggie-Tunnel beigebracht. So hoffe ich jetzt, dass meine Nachfolger das Projekt weiter aufbauen können, so dass die Teilnehmer gut davon profitieren können. Spenden für das Projekt können sie hier:

Spende für ein Gartenhaus – damit wir weiterkommen/betterplace

Die Teilnehmer von Siyoyisile Indlala haben außerdem gelernt, wie man einen Computer bzw.  Laptop benutzt. Ich habe ihnen ca. 6 Monate lang einen Kurs gegeben, darüber wie man den Laptop anschaltet und dann Texte schreibt und formatiert. Der Kurs endete also erfolgreich abgeschlossen.

Sünneke und ich haben auch immer wieder die südafrikanischen bei der Arbeit in der Nachmittagsbetreuung unterstützt und haben gemeinsam mit ihnen ein Ferienprogramm für die Kinder erfolgreich durchgeführt.

Zuletzt habe ich COPESSA auf Facebook repräsentiert, dadurch, dass ich immer wieder Posts zu verschiedenen Events oder Projekten geschrieben habe. COPESSA hat zudem seit kurzen auch eine betterplace.org-Seite mit Spenden Projekten, die ich angelegt habe. Die Seite von COPESSA findet man hier. Ich habe somit auch erfolgreich Öffentlichkeitsarbeit geleistet und begonnen Fundraising zu betreiben.

Neben all den Dinge die ich geschafft habe und die ich jetzt an die Nachfolger übergeben werde, bin ich natürlich auch mehrmals gescheitert. Ich bin aber immer wieder aufgestanden und habe weiter gemacht, so dass ich am Ende das oben stehende geschafft habe, worauf ich stolz bin! Bei der Arbeit bei COPESSA habe ich auch viel über mich gelernt. Außerdem habe ich über Gartenarbeit und Administration gelernt und noch mehr Arbeitserfahrung und Erfahrung in der Arbeit mit Kindern und  auch mit alten Leuten gesammelt.

Jetzt ist die Zeit bei COPESSA zu Ende. Eine Nachwirkung meiner Arbeit bleibt aber da! Auch wenn ich in 3 Tagen schon wieder in Deutschland bin.